Sektion:

KRESY

VERLORENE HEIMAT

Rafał Bryll
Polen, 2018, 82 Min

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden im Zuge der sogenannten „Westverschiebung“ Millionen Menschen aus dem östlichen Polen vertrieben und dort angesiedelt, wo wiederum früher Deutsche lebten. Die Betroffenen mussten nicht nur die Erlebnisse der gewaltsamen Vertreibung verarbeiten, sondern an fremden Orten in kürzester Zeit neue Gemeinwesen aufbauen. Während des Sozialismus wurde darüber nicht gesprochen. Einwohner von Zielona Góra, des einstigen Grünberg, erinnern sich.

Polska Press Oddział Zielona Góra

Das Schicksal in den ehemaligen polnischen Ostgebieten begann 1939 mit der sowjetischen Annexion im Rahmen des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages, der kurz nach dem deutschen Einmarsch in Polen die Aufteilung des Landes zwischen Hitler-Deutschland und der Sowjetunion besiegelte. 1941 gerieten diese Gebiete in deutsche Hand. In dem 1939 der Ukrainischen Sowjetrepubik zugeschlagenen Territorium kam es zu Ausschreitungen und Massakern ukrainischer Nationalisten an dort lebenden Polen. 1945 begann die Umsiedlung der Polen in die ehemals deutschen Ostgebiete, Polens neuen „Goldenen Westen“, der aufgrund der unstrukturierten Besiedlungspolitik schnell zum „Wilden Westen“ wurde.

Der titelgebende polnische Begriff KRESY meint nicht nur geografische, sondern auch psychologische „Grenzgebiete“. Und genau darum geht es Regisseur Rafał Bryll: Er fragt Oral History im besten Sinne ab, interessiert sich für die Narben, die der Verlauf der Geschichte in den Seelen seiner Zeitzeugen hinterlassen hat. Er lässt sie das verlorene Paradies, den Krieg, die Umsiedlung und den schweren Neuanfang erinnern. Es geht um Entwurzelung und den Versuch, an einem anderen Ort die eigene Identität wiederzufinden. RB

Filmformat
DCP | Doc | Farbe / Colour
Drehbuch
Witold Głowacki, Dariusz Chajewski
Kamera
Jakub Kowalczyk, Piotr Nieporęcki
Ton
Sławomir Pietrzyk, Dominik Pawliszewski, Sławomir Więckus
Schnitt
Rafał Bryll
Ausstattung
Rafał Oryga
Musik
Audionetwork
Produzent
Grzegorz Widenka, Michał Szymanowicz
Produktion
Polska Press Oddział Zielona Góra
Kontakt
Polska Press Oddział Zielona Góra
Grzegorz Widenka
Niepodległości 25
65042 Zielona Góra
Poland
+48 68 324 88 01
Grzegorz.Widenka@polskapress.pl
www.polskapress.pl
Rafał Bryll

Rafał Bryll - Regisseur, aber vor allem Editor zahlreicher Dokumentarfilme bzw. Doku-Dramen, die geschichtliche Themen behandeln.

Filme
TAJEMNICE PAŃSTWA PODZIEMNEGO (2016, 4 episodes, doc)
ARTYŚCI ANDERSA (2017, doc, short)
WYDARZENIA ZIELONOGÓRSKIE 1960 (2017, doc, FFC 2018)
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