Sektion: Specials

POSTAVA K PODPÍRÁNÍ

JOSEF KILIAN

Pavel Juráček, Jan Schmidt
ČSSR, 1963, 40 Min

Bis zum Ende des Prager Frühlings im August 1968 war Pavel Juráček ein erfolgreicher junger Regisseur, mit Filmen wie der kafkaesken Bürokratiesatire JOSEF KILIAN erregte er Aufsehen und erhielt internationale Preise. Danach hatte er lebenslang Drehverbot. Er schrieb für die Schublade und hielt sein Schicksal in eindringlichen Tagebüchern fest.

NFA

Jan Herold irrt durch Prag, durch Straßen, Paläste, lange Gänge und an weggeworfenen Spruchbändern vorbei. Er sucht nach Josef Kilian, dem er eine Nachricht überbringen soll. Dann stößt er auf einen Katzenverleih und nimmt ein Tier mit. Als er es zurückgeben will, ist der Laden verschwunden und Herold irrt weiter, durch Amtsstuben und Wartezimmer – und an dem leeren Hügel vorbei, auf dem noch vor Kurzem ein riesiges Stalindenkmal thronte.

Nach 1968 war Pavel Juráček einer der wenigen Regisseure, die keinerlei Kompromisse mit den neuen Machthabern eingingen. Diese verboten ihm die Arbeit und verfolgten ihn bis ins Exil nach München, wohin er nach Unterzeichnung der Charta 77 emigriert war. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass er alles auf tausenden Tagebuchseiten festhielt. Inzwischen haben die Notizen einen Verlag gefunden, genau wie Juráčeks nie realisierte Drehbücher. CF

Herausgeber Pavel Hájek, Senior Manager der Václav-Havel-Bibliothek in Prag, liest nach der Vorführung von JOSEF KILIAN aus den Texten und erzählt von dem Regisseur, der nach 1968 quasi aufhörte zu existieren.

Filmformat
DCP | S&W / B&W
Drehbuch
Pavel Juráček
Kamera
Jan Čuřík
Ton
Adolf Nacházel
Schnitt
Zdeněk Stehlík
Ausstattung
Oldřich Bosák
Musik
Wiliam Bukový
Darsteller
Karel Vašíček, Consuela Morávková, Ivan Růžička, Jiří Stivín, Pavel Bártl
Produzent
Bohumil Šmída, Ladislav Fikar
Produktion
Filmové Studio Barrandov
Kontakt
NFA
Katerina Fojtova
Malešická 12
130 00 Praha 3
Czech Republic
katerina.fojtova@nfa.cz
www.nfa.cz

Pavel Juráček, Jan Schmidt - geboren 1935, verstorben 1989 in der Tschechoslowakei. Drehbuchautor und Regisseur. Er studierte an der Prager FAMU und gehörte wie Miloš Forman oder Jiří Menzel zu den Vertretern der Tschechoslowakischen Neuen Welle. Nur wenige Jahre nach dem Prager Frühling erhielt er lebenslanges Drehverbot. Er lebte einige Jahre im Exil in München, blieb aber auch dort nicht von der Geheimpolizei verschont.

Filme
KAŽDÝ MLADÝ MUŽ (1965)
ZVONY PANA HEJHULY (1969, TV short)
PŘÍPAD PRO ZAČÍNAJÍCÍHO KATA (1970)
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