Sektion: Close Up HU

ROSSZ VERSEK

FALSCHE POESIE

Gábor Reisz
Ungarn, 2019, 97 Min

Tomi ist Anfang 30, seine Freundin hat sich gerade von ihm getrennt. Also zieht er erstmal wieder bei den Eltern ein … Wunderbar ironischer Film über das Unwohlsein der Generation um die 30 in Ungarn. Neben ihrer Sehnsucht auszubrechen, nervt sie der Generationenkonflikt mit den konservativen, nationalistischen Eltern. In Rückblenden, frei nach dem ironisch gebrochenen Motto „früher war alles besser“, erinnert sich Antiheld Tomi an seine Kindheit und Jugend, kleine Erfolge und vor allem größere Enttäuschungen.

Performance

2019-11-08 | 22:00 Uhr
Kammerbühne

Der Film beginnt wie eine Antithese zu CASABLANCA: Zwischen Tomi und Anna, die von Budapest nach Paris gezogen sind, funkt es nicht mehr. Sie macht Schluss. Im Schnelldurchlauf lässt er noch einmal die glücklichen Momente ihrer Liebesbeziehung Revue passieren. Wieder zu Hause, streitet er sofort, weil schlecht gelaunt, mit seinem Vater. Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt ärgern den jungen Mann die billigen Reklamen für Putenfleisch. „In Paris käme keiner auf die Idee, die Touristen mit solchen geschmacklosen Plakaten zu belästigen“, meint Tomi wütend. Der Vater kontert: „Paris wurde auch nicht bombardiert [im Zweiten Weltkrieg], und warum könnt ihr jungen Leute nicht einfach stolz auf Ungarn sein?“.

Bereits in diesen ersten sieben Minuten seines zweiten Spielfilms brennt der Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Gábor Reisz ein bildgewaltiges, rasant geschnittenes und mit messerscharfen Dialogen gespicktes Filmfeuerwerk ab. Kein Film der letzten Jahre hat das Lebensgefühl der jungen, desorientierten Generation in Ungarn, die denkt, noch Mitte zwanzig zu sein, so gut eingefangen. JT

Filmformat
DCP | Farbe / Colour
Drehbuch
Gábor Reisz
Kamera
Dániel Bálint, Kristóf Becsey
Ton
Péter Benjámin Lukács, Tamás Székely
Schnitt
Zsófia Tálas
Ausstattung
Zsófia Tasnádi
Musik
András Kálmán, Gábor Reisz, András Koroknay, Lóránt Csorba
Darsteller
Gábor Reisz, Donát Seres, Mátyás Prukner, Barnabás Prukner, Zsolt Kovács, Lili Monori, Katalin Takács
Produzent
Júlia Berkes
Produktion
Proton Cinema Ltd. Júlia Berkes berkesjuli@protoncinema.hu +36704227110 Hungary 1137 Budapest Pozsonyi út 14.
Co-Produktion
Les films du balibari
Kontakt
HNFF World Sales
Katalin Vajda
Róna utca 174.
Budapest
+3614611351
kati.vajda@filmalap.hu
Gábor Reisz

Gábor Reisz - geboren 1980 in Budapest, Ungarn. Er studierte Film- und Fernsehregie an der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest, drehte zahlreiche Kurzfilme und war zuletzt 2014 mit seinem Abschlussfilm AUS UNERFINDLICHEN GRÜNDEN beim FFC zu Gast. Nun kehrt er mit seinem aktuellsten Spielfilm zurück.

Filme
NOTHING AND GOOD (2007, doc, short)
SOMEBODY’S SOMETHING (2009, short)
ON A LOWER LEVEL (2010, short)
NEKEM BUDAPEST (2013, omnibus)
FOR SOME INEXPLICABLE REASON (2014, FFC 2014)
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VERSTECKSPIEL

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