SEKTION: Special: Bruderkuss

Bruderkuss – Vision und Alltag im Sozialismus

Mit Beginn der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert wurde der Bruderkuss zum Ausdrucksmittel der Solidarität zwischen Mitgliedern der Arbeiterklasse. Die Oktoberrevolution und die folgende Etablierung des Kommunismus als politische Macht ließen ihn zu einem festen Begrüßungszeremoniell werden, das gleichzeitig Zugehörigkeiten und Hierarchien zementiert. Der Bruderkuss als Ritus der Initiation – als Aufnahme in eine feste Gemeinschaft. Aus dieser Konstellation ergibt sich das Potential für die später sichtbaren systemischen Konflikte, die in den Beiträgen thematisiert werden.

Nur fünf Jahre nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Medium Film 1922 durch Lenin zum wichtigsten Propagandawerkzeug für den Sozialismus sowjetischer Prägung proklamiert. Die konsequent aufgebaute Filmwirtschaft und geförderte Filmkunst wurde jedoch nicht nur zum Ausdrucksmittel des Machtapparats. Der reale Sozialismus veranlasste viele Filmemacher vor, während und nach der Wende zur kritischen Kommentierung der sozialistischen Herrschaftsverhältnisse.

Die Reihe betrachtet 100 Jahre nach der Oktoberrevolution sozialistische Realitäten im osteuropäischen Kino und zeichnet ein Bild von der Zerrissenheit zwischen Vision, Alltag, Ideologie und Wirklichkeit. Das SPECIAL Bruderkuss ist eine Auswahl aus dem gleichnamigen Tournee-Programm, dass das FilmFestival Cottbus bundesweit Kinos und Bildungsinstitutionen zum Abspiel anbietet. Umfassende Informationen sind unter www.filmreihe-bruderkuss.de zu finden.

Die Reihe „Bruderkuss – Vision und Alltag im Sozialismus“ wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt.

 

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