Ukrainischer Regisseur Oleg Sentsov nach fünf Jahren Haft frei

Oleg Sentsov am Set seines ersten Spielfilm GAMER (2011)
Oleg Sentsov am Set seines ersten Spielfilm GAMER (2011) © CryCinema

Der ukrainische Regisseur Oleg Sentsov wurde am 7. September 2019 im Rahmen eines großen Gefangenenaustauschs zwischen der Ukraine und Russland freigelassen und kehrte in die Ukraine zurück.

Sentsov wurde im Mai 2014 vom russischen Geheimdienst FSB verhaftet und ein Jahr später mit drei weiteren Angeklagten zu 20 Jahren Haft dafür verurteilt, Mitglied des paramilitärischen ukrainischen „Rechten Sektors” zu sein und terroristische Anschläge vorbereitet zu haben.

Als Gegner der russischen Annexion der Krim und Aktivist der sogenannten EuroMaidan- und AutoMaidan-Bewegung engagierte sich Oleg Sentsov für die Versorgung von Soldaten der blockierten urkainischen Krim-Basen. Laut Sentsov ist sein Fall politisch und fabriziert. Er bestreitet alle Anklagepunkte.

Nach der Inhaftierung des ukrainischen Regisseurs forderten mehrere Institutionen der Filmindustrie jahrelang seine Freilassung und führten Solidaritätsaktionen für ihn durch. 2018 verlieh das Europäische Parlament dem Regisseur den Sacharow-Preis für geistige Freiheit.

„Happy Endings ereignen sich kaum, außer in Filmen”, sagte Mikey Downey, stellvertretender Geschäftsführer der EFA am Samstag zur Freilassung von Sentsov. „Aber im Fall von Oleg Sentsov ist Wunschvorstellung zur Realität geworden – auch wenn es ein bitterer Sieg ist. Während seines mehr als fünf Jahre andauerndem Kampf im Gulag und nach Monaten Hungerstreik hat er nie seine Haltung und Prinzipien aufgegeben.”

 

2014 lief Oleg Sentsovs Spielfilmdebut GAMER beim FilmFestival Cottbus in der Sektion SPECIALS. Ein Jahr zuvor war der ukrainische Regisseur Gast bei connecting cottbus, um sein Projekt KAI zu pitchen.

09. September 2019

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