PM 08/2018: Oberschlesien zwischen Tradition und Moderne

Cottbus, 26.10.2018

Mit der Sektion Regio: Silesia widmet sich das 28. FilmFestival Cottbus (6.-11.11.2018) in diesem Jahr der Industrie- und Regionalgeschichte Oberschlesiens, die zugleich symptomatisch für die Entwicklung Mitteleuropas seit dem 19. Jahrhundert ist. Die Filmreihe stellt zentrale Fragen an das Zusammenleben in Europa sowie an die weitere Entwicklung ökonomisch monokulturell geprägter Regionen. In der Filmreihe werden 14 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, die dabei helfen die genannten Fragen am Beispiel Schlesiens zu diskutieren.

„Am Beispiel der Regionalgeschichte Oberschlesiens lässt sich der Strukturwandel vom 20. ins 21. Jahrhundert nachvollziehen. Katowice, das einst als am meisten verschmutzteste Stadt Europas galt, mausert sich zu einer zentralen europäischen Kultur- und Kongressstadt. Im Dezember 2018 wird hier die UN-Klimakonferenz stattfinden. Der Strukturwandel von der Abhängigkeit vom Steinkohlebergbau hin zu einer auf Dienstleistungen, Kongresse und IT-Technologie ausgerichtete Ökonomie in Oberschlesien ist Beispiel gebend auch für andere Regionen Europas – nicht zuletzt auch für die Region Cottbus“, sagt Bernd Buder, Programmdirektor des FFC.

So kann der Dokumentarfilm DIE KOHLEGRUBE | GRUBA (Regie: Maria Zmarz-Koczanowicz) als Abgesang auf den Kohleabbau verstanden werden, der zugleich symbolisch für das Ende einer Ära steht – ein direktes Portrait dreier Minenarbeiterinnen aus Ridułtowy, deren Mine in Kürze geschlossen wird. Wohingegen der Spielfilm LIEBE IN DER GARTENSTADT | MIŁOŚĆ W MIEŚCIE OGRODÓW des Regie-Duos Ingmar Villquist und Adam Sikora den Beginn einer neuen Ära verkörpert, in der die schmuddeligen Hinterhöfe der Bergbauzeit zu Foto-Galerien und Szeneclubs wurden.

In Maciej Pieprzycas Spielfilm TAG DER HEILIGEN BARBARA | BARBÓRKA kommt es zu einem Culture Clash zwischen oberschlesischen Bergarbeitern und den ‚smarten‘ Fremden aus dem urbanen Warschau, die in Oberschlesien weder unter, noch über Tage so recht zu Rande kommen.

Zum Programm gehören auch filmische Blicke in die Vergangenheit und in den tschechischen Teil Schlesiens. So erzählt der spannende zweiteilige Katastrophenfilm DUKLA 61 vor dem Hintergrund eines Minenunglücks, bei dem am 7. Juli 1961 in der Nähe von Ostrava 108 Bergleute umgekommen sind, eine Familiengeschichte, in dessen Mittelpunkt ein Generationenkonflikt steht.

Der polnische Filmemacher Michael Wnuk widmet sich in dem Dokumentarfilm AGFA 1939: MEINE REISE IN DEN KRIEG | AGFA 1939: A JOURNEY INTO WAR anhand von außergewöhnlichen, aus dem eigenen Familienarchiv stammenden Dokumenten, seiner eigenen Familien- und damit auch der schicksalhaften Regionalgeschichte.

„Ich empfinde mich als Schlesier, dies ist meine Nationalität, dies ist meine Religion“, äußert sich mit dem Schriftsteller und Kinderbuchautor Janosch einer der prominentesten Repräsentanten einer polnisch-schlesisch-deutschen Identität, dessen Leben in dem Portrait MÓJ NIEMANDSLAND nachgezeichnet wird.

Endlich wieder auf der großen Leinwand: Mit Kazimierz Kutzs PERLEN EINES ROSENKRANZES | PACIORKI JEDNEGO RÓŻAŃCA und Lech Majewskis ANGELUS sind zwei Kultwerke des schlesischen Films beim FFC zu sehen, die die wesentliche historische Entwicklung der Region mit einer Prise Ironie reflektieren.

Die Filmreihe Regio: Silesia entstand in inhaltlicher Kooperation mit Silesia-Film und wird unterstützt von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und dem Deutschen Kulturforum Östliches Europa.

 

Über das FilmFestival Cottbus 
Das 28. FilmFestival Cottbus findet vom 6. bis 11. November 2018 statt. In vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen zeigt das FFC fast 200 Filme, die um ein Preisgeld von circa 80.000 Euro und die begehrte Preisskulptur LUBINA (sorbisch: die Liebreizende) konkurrieren. Über 20.000 Zuschauer besuchen jedes Jahr das Festival des osteuropäischen Films in Cottbus. 
Maßgeblich unterstützt wird das 28. FilmFestival Cottbus vom Land Brandenburg, der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, der Stadt Cottbus, dem Auswärtigen Amt und dem Creative Europe-Programm der Europäischen Union.


Die Zugangsdaten zum Pressebereich mit weiteren Informationen und Bildmaterial erhalten Sie von unserem PR- und Marketing-Team Anne-Kathrin Rensch, Denis Demmerle und Heiko Straehler-Pohl. 
www.filmfestivalcottbus.de/de/service/presse/login.html 

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Telefon: +49 (0) 355/4310714


Titelliste Regio: Silesia

 

AGFA 1939: PODRÓŻ W CZASY WOJNY | AGFA 1939: MEINE REISE IN DEN KRIEG | AGFA 1939: JOURNEY INTO WAR
MICHAŁ WNUK, PL 2015, 54 MIN

ANGELUS | ANGELUS | ANGELUS
LECH MAJEWSKI, PL 2001, 104 MIN

BARBÓRKA | TAG DER HEILIGEN BARBARA | THE FEAST OF SANTA BARBARA
MACIEJ PIEPRZYCA, PL 2005, 70 MIN

DER FALL GLEIWITZ | DER FALL GLEIWITZ | THE GLEIWITZ CASE
GERHARD KLEIN, DDR 1961, 67 MIN

DUKLA 61 | DUKLA 61 | DUKLA 61
DAVID ONDŘÍČEK, CZ 2018, 150 MIN

GORĄCZKA SOBOTNIEGO POPOŁUDNIA | SATURDAY AFTERNOON FEVER | SATURDAY AFTERNOON FEVER
KORNEL MIGLUS, PL 2000, 42 MIN

GRUBA | DIE KOHLEGRUBE | THE MINE
MARIA ZMARZ-KOCZANOWICZ, PL 2017, 65 MIN

JÓZIO, CHODŹ DO DOMU | JÓZIO, KOMM NACH HAUSE | JÓZIO, COME HOME
MARCIN CHŁOPAŚ, PL 2016, 30 MIN

MIŁOŚĆ W MIEŚCIE OGRODÓW | LIEBE IN DER GARTENSTADT | LOVE IN THE CITY OF GARDENS
INGMAR VILLQIST/ ADAM SIKORA, PL 2017, 93 MIN

MÓJ NIEMANDSLAND | MÓJ NIEMANDSLAND | MÓJ NIEMANDSLAND
WOJCIECH KRÓLIKOWSKI, PL 2017, 44 MIN

PACIORKI JEDNEGO RÓŻAŃCA | PERLEN EINES ROSENKRANZES | THE BEADS OF ONE ROSARY
KAZIMIERZ KUTZ, PL 1980, 106 MIN

PEKIN 2008 | PEKING 2008 | PEKING 2008
DAGMARA DRZAZGA, PL 2008, 40 MIN

POSLEDNÍ ŠICHTA TOMÁŠE HISEMA | DIE LETZTE SCHICHT VON TOMÁŠ HISEM | THE LAST SHIFT OF TOMAS HISEM
JINDŘICH ANDRŠ, CZ 2017, 29 MIN

TROJMEZÍ | DREILÄNDERECK | TRIPOINT
KLARA REZNIČKOVÁ, CZ 2011, 59 MIN

 

 

Pressemitteilung 08/2018 zum Download

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