Staatstheater Cottbus

 

Traditionell findet die Eröffnungsgala des FilmFestival Cottbus im Großen Haus des Staatstheater statt.
Traditionell findet die Eröffnungsgala des FilmFestival Cottbus im Großen Haus des Staatstheater statt.
© Foto Goethe
Das Cottbuser Staatstheater, ein Bauwerk des sezessionistischen Jugendstils, ist aufgrund seiner besonderen Architektur eines der Wahrzeichen der Stadt und weit über die Grenzen von Cottbus hinaus bekannt. Erbaut wurde es zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Textilindustrie in Cottbus florierte und dem Bürgertum zu politischer und ökonomischer Macht verhalf. Das Staatstheater sollte diesem gewachsenen Selbstbewusstsein als Prestigeobjekt Ausdruck verleihen. Die Ausschreibung gewann der Anhalter Architekt Bernhard Sehring, Schinkel-Preisträger und Baumeister des "Theater des Westens" in Berlin (1896). Zu Sehrings Werken zählen auch das Stadttheater Bielefeld und die Walpurgishalle am Hexentanzplatz in Thale.

Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde das Theater am 1. Oktober 1908 mit Lessings Schauspiel "Minna von Barnhelm" eröffnet. Liebstes Kind der Cottbuser war schnell die Operette, das Schauspiel hatte es hingegen schwer. Mangels eines eigenen Opernensembles etablierte der erste Intendant die "Monatsoper", am Ende der Spielzeit wurde einen ganzen Monat nur Oper gespielt – ausschließlich mit Gästen aus größeren Häusern.  Erst ab 1912 gab es ein theatereigenes Orchester und ein festes Opernensemble. Cottbuser Bürger verhinderten 1945 die Sprengung des Gebäudes, das während des Krieges auch als Munitionslager gedient hatte.

Seit 1992 ist das Cottbuser Theater das einzige Staatstheater im Land Brandenburg. In mehreren Spielstätten wird ein vielseitiger, attraktiver Theater- und Konzertspielplan geboten. Mit den Inszenierungen des Musiktheaters und des Schauspiels hat sich das Staatstheater Cottbus auch überregional einen Namen gemacht.

Einmal im Jahr wird das Staatstheater zum Kino. Alljährlich im November wird vor dem Haupteingang der Blaue Teppich ausgerollt und geleitet Hunderte von Ehrengästen aus aller Welt zur feierlichen Eröffnungsgala des FilmFestival Cottbus. Im Jahr 2009 waren darunter Nachfahren des berühmten russischen Schriftstellers Leo Tolstoi, die zur Deutschlandpremiere des Eröffnungsfilms EIN RUSSISCHER SOMMER in die Lausitz gekommen waren.

Das Staatstheater Cottbus unterhält neben dem Großen Haus, dem bekannten Hauptgebäude am Schillerplatz, eine Vielzahl weiterer Spielstätten. Dazu gehört unter anderem die KAMMERBÜHNE in der Wernerstraße, die vom FilmFestival Cottbus ebenfalls für Vorführungen genutzt wird.

Barrierefreiheit: Behindertenparkplätze auf der Rückseite des Staatstheaters, barrierefreier Zugang zum Parkett (muss angemeldet werden!), behindertengerechte Toilette, besondere Möglichkeiten für Hörgeräteträger
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