SEKTION: Bleibt alles anders?

Über den Osten Deutschlands wird heute viel diskutiert und spekuliert. Geschichten von Menschen aus der Zeit nach der „Wende“ bis heute. 30 Jahre nach dem Mauerfall wird es Zeit für einen neuen Blick: Ging damals alles zu schnell? Ist alles anders geworden, und wenn ja, dann wie?


Bleibt alles anders? – eine Filmreihe zur „Wende- und Nachwendezeit“

30 Jahre nach dem Mauerfall sind die Diskussionen über die Entwicklungen 1989/90 und der „Nachwendezeit“ in Deutschland so lebendig wie nie. Im gesellschaftlichen Diskurs stehen Bilder von Freiheit und neuer Selbstbestimmung denen von sozialen Verwerfungen und einer mutmaßlichen Kolonialisierung des Ostens durch den Westen gegenüber. Und vor dem Hintergrund von Globalisierung und Migrationsdebatten stellen die Erfolge rechtspopulistischer Parteien und ein allgemeines Protestverhalten, gerade in Ostdeutschland, eine immer größere Herausforderung für die liberale Demokratie dar. Inwiefern haben die teilweise bis heute fortdauernden Transformationsprozesse die Weichen für die Gegenwart und vielleicht auch für die Zukunft gestellt? Wie lassen sich die Zusammenhänge mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Konflikten verstehen? Und wie können diese Konflikte vielleicht auch genutzt werden, um zu einem größeren gegenseitigen Verständnis und zu einer konstruktiven Gestaltung der Gesellschaft beizutragen?

Die Reihe Bleibt alles anders? zeigt unterschiedliche Perspektiven sozialer, kultureller und ganz persönlicher Entwicklungen in insgesamt 12 Spiel- und Dokumentarfilmen – von denen der Großteil beim FFC präsentiert wird –, die zwischen 1990 und 2019 produziert wurden: mit Zeitdokumenten, die die Prozesse unmittelbar beobachten; Regisseuren und Regisseurinnen, die diese rückblickend reflektieren; mit Perspektiven aus Ost und West und mit einem filmischen Ausflug zu den Nachbarn der ehemaligen Tschechoslowakei und ihrem Blick auf die Neunziger.

Bleibt alles anders? erzählt die Geschichten von Menschen – nicht nur – aus Ostdeutschland und ergründet Identitätsfragen, die heute wieder neu verhandelt werden. Wo stehen wir zwischen Aufbruchsstimmung und persönlichen Brüchen, zwischen eigener Sozialisierung und gesamtgesellschaftlichen Narrativen, zwischen Ost und West, zwischen geteilter Geschichte und gemeinsamer Zukunft? CR

Bleibt alles anders? wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

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