Osteuropa zwischen Lehrerzimmer, Murmanbahn und Brighton Beach

Die Wettbewerbe des 31. FilmFestival Cottbus im Überblick

Das 31. FilmFestival Cottbus kehrt vom 2. bis 7. November zurück in die Cottbuser Kinos und präsentiert in den drei Wettbewerben Spielfilm, Kurzfilm und Jugendfilm 32 Filme aus 26 (Ko-)Produktionsländern. Einer der Filme feiert in Cottbus seine Welt- und 26 Filme ihre Deutschlandpremiere.

Im Wettbewerb Spielfilm konkurrieren zwölf Filme um den mit 25.000 Euro von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) dotierten Hauptpreis, den Spezialpreis für die beste Regie (7.500 Euro, Rundfunk Berlin-Brandenburg) und den Preis für eine herausragende schauspielerische Leistung (5.000 Euro, Sparkasse Spree-Neiße) mitsamt der begehrten Preisskulptur LUBINA (sorbisch: die Liebreizende).

Mit seiner Ländervielfalt präsentieret der Wettbewerb die kulturelle Diversität Osteuropas. Mit seiner künstlerischen Bandbreite zwischen ironisch gebrochener Gegenwartsbeobachtung, investigativer Geschichtsaufarbeitung und kontemplativer Familienstudie zeigt es die Genrevielfalt des aktuellen osteuropäischen Kinos – persönlich und politisch, hoffnungsvoll und melancholisch. Wir freuen uns in diesem Jahr besonders viele Geschichten von und über Frauen präsentieren zu dürfen. Sie kämpfen für ihre Freiheit, versuchen sich in alteingesessenen Hackordnungen durchzusetzen oder konfrontieren sich mit ihren Ängsten. Gleichzeitig treffen Regie-Altmeister wie Levan Koguashvili oder Zrinko Ogresta sowie FFC-Stammgäste wie Jan P. Matuszyński und Ilgar Najaf auf vielversprechende Newcomerinnen und Newcomer wie Sonja Tarokić, Norika Sefa oder Matevž Luzar, dessen Film ORCHESTRA, eine hautnah-distanzierte Milieustudie über Culture Clash und Generationenkonflikt beim Besuch einer slowenischen Blaskapelle in Österreich, seine Weltpremiere auf dem FFC haben wird.

Eröffnet wird das 31. FilmFestival Cottbus vom Wettbewerbsbeitrag ABTEIL NR. 6, vom finnischen Regie-Star Juho Kuosmanen, der damit mehrere Preise beim Filmfestival in Cannes gewinnen konnte. In verträumten Bildern wird eine unkonventionelle Liebesgeschichte zwischen einer finnischen Studentin und einem russischen Alkoholiker erzählt.

Dazu erleben wir mit IN LIMBO von Alexander Hant, der auch noch ein zweites Mal mit einem Beitrag im Wettbewerb Kurzfilm vertreten ist, eine Mischung aus „Thelma und Luise“ und „Natural Born Killers“ in einem Roadmovie über zwei revoltierende Teenager. Werden in LEAVE NO TRACES von Jan P. Matuszyński, der mit THE LAST FAMILY 2016 zwei Preise beim FFC gewinnen konnte, Zeugen der Vertuschungsversuche im sozialistischen Polen nach dem Tod eines Abiturienten durch einen polizeilichen Übergriff im Jahre 1983. Suchen in LOOKING FOR VENERA von Norika Sefa mit zwei Teenagerinnen im patriarchalisch geprägten Umfeld der kosovarischen Provinz nach der Freiheit. Beobachten im Gewinner des Tribeca-Festivals BRIGHTON 4TH von Levan Koguashvili samt Hollywood-Kameramann Phedon Papamichael den Kampf ums Überleben gescheiterter Einwanderer aus Georgien, Russland und Usbekistan in New York. Verfolgen in SAVING THE ONE WHO WAS DEAD von Václav Kadrnka den Versuch von Mutter und Sohn, den ins Koma gefallenen Vater wieder ins Leben zurückzuholen. Lassen uns von Ilgar Najaf‘s SUGHRA AND HER SONS mit poetischen Schwarz-Weiß-Bildern zu einer muslimischen Minderheit im Zweiten Weltkrieg führen, die sich vor der Einberufung in die Rote Armee versteckt, weil sie sich nicht einer Sowjetunion verpflichtet fühlen, die ihnen in erster Linie als Vertreterin russischer Interessen gegenübertritt. Erfahren mit einer jungen Pädagogin in Sonja Tarokić's THE STAFFROOM, dass sie zwischen lauter Intrigen ihr eigenes Spiel spielen muss, um im Haifischbecken einer Schule zu überleben. Werden in Cecília Felméri‘s SPIRAL zwischen Aussteigeridyll und Alptraumlandschaft Zeugen vom erschütternden Zerfall eines Menschen. Folgen in 107 MOTHERS von Peter Kerekes einer frisch gewordenen Mutter in ein Frauen-Gefängnis in Odessa. Und erfahren auf sanfte und einfühlsame Art von den Ängsten dreier Generationen von Frauen in Zrinko Ogrestas A BLUE FLOWER.

Im Wettbewerb Kurzfilm konkurrieren in diesem Jahr elf Filme um den mit 2.500 Euro von der Druckzone dotierten Hauptpreis und den Spezialpreis für die beste Regie, der in Höhe von 1.500 Euro von Tiede+ vergeben wird.

Von der Sehnsucht nach der Freiheit der Berliner Techno-Szene in einem litauischen Plattenbau in TECHNO MAMA über den scheiternden Versuch eines kasachischen Polizisten in COMRADE POLICEMAN, ‚seine‘ Polizei als transparente Institution im Dienste der Bürger darzustellen bis zum bittersüßen Alltags-Thriller an einem tschechischen Badesee in ANATOMY OF A CZECH AFTERNOON ist alles dabei - zwischen pointierter Gesellschaftsanekdote und experimenteller Reflexion beweist sich der Kurzfilm als eigenständiges Genre .mit besonderen künstlerischen Gesetzmäßigkeiten.

Im U18 Wettbewerb Jugendfilm sind in diesem Jahr sieben Filme vertreten, die sich alle Hoffnungen auf den mit 5.000 Euro von der Stadt Cottbus dotierten Preis für den besten Jugendfilm machen dürfen.

Die Filme beschreiben ganz unterschiedliche Aspekte des ‚Coming-of-Age-Prozesses‘: von fragilen Freundschaften über Mobbing-Probleme bis zum Kampf mit den Algorithmen, die mehr und mehr in den Lebensalltag eindringen und geben so einen Überblick über die unterschiedlichen und doch so ähnlichen Lebenswelten Jugendlicher in verschiedenen Ländern Osteuropas.

Von zwei besten Freundinnen, die sich in der Pubertät auseinanderleben in SISTERHOOD über das Portrait einer fragilen Vater-Tochter-Beziehung in GERANIUM bis zum klemmschwulen Dasein in einer ‚LGBT-freien Zone‘ in Polen in LOVE TASTING Im U18 Wettbewerb Jugendfilm schäumen die Emotionen über und es ruft immer wieder der große Drang nach Freiheit. Im trendig-experimentellen Coming-of-Age-Film YOUTH TOPIA tanzen Hightech-Hippies und ein Algorithmus rechnet aus, wer du bist und was du darfst, während in LEAVE THE GROUP ein Internet-Mob zwischen russischem Hip-Hop und Graffiti-Street-Art einen Teenager zum Morden anstiftet. In TRÜBE WOLKEN wird ein Junge ohne Eigenschaften zur Projektionsfläche für die Sehnsüchte seiner Mitmenschen und in TWO SHIPS entfaltet sich zum Takt von angesagter Indie-Musik eine bittere Geschichte über die Liebe in den Kulissen der mährischen Stadt Brno.

Zu seiner 31. Ausgabe erstrahlen in den Wettbewerben des FilmFestival Cottbus einmal mehr die vielen Facetten des Kinos aus Osteuropa. Dank der dualen Version des FFC können Zuschauer zudem auch in diesem Jahr wieder von zu Hause aus im Streaming kuratiertes Festivalkino genießen.

Der Ticketvorverkauf startet am 18.10.2021 unter filmfestivalcottbus.de und an allen Reservix-Vorverkaufsstellen. Tickets für das 31. FFC kosten zwischen 4,00 EUR und 7,50 EUR. Für FFC-Liebhaber gibt es erneut 5er-Tickets und FestivalPässe. Erstmalig bietet das FFC auch einen Online-FestivalPass.

 


 

Akkreditierung möglich

Für akkreditierte nationale und internationale Vertreter von Presse und Branche richtet das FFC einen Online-Zugang zum nahezu kompletten Festivalprogramm ein. Akkreditierungen sind ab sofort online möglich und sind für die berichterstattende Presse kostenfrei:
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