#LubinaLove hoch drei: Ivan I. Tverdovskiy gewinnt zum dritten Mal den Hauptpreis beim FilmFestival Cottbus

Cottbus, 12.12.2020

Ivan I. Tverdovskiy gewinnt im Wettbewerb Spielfilm des 30. FilmFestival Cottbus den Hauptpreis für den besten Film. Damit wird der russische Regisseur nach Corrections Class (2014) und ZOOLOGY (2016) zum dritten Mal beim FFC mit dem 25.000 EUR dotierten Preis ausgezeichnet. Den Spezialpreis für die beste Regie erhält Piotr Domalewski für I NEVER CRY. Die Schauspieldebütanten Marijana Novakov, Tijana Marković und Valentino Zenuni aus Ivan Ikićs OASIS freuen sich über den Preis für eine herausragende darstellerische Einzelleistung. 
Zur Jubiläumsausgabe werden nicht nur die Prämierten aus dem Wettbewerb Spielfilm mit einer LUBINA geehrt, sondern auch die Preisträger aus den Wettbewerben Kurzfilm und U18 Jugendfilm. Insgesamt werden Preise im Gesamtwert von 72.000 Euro beim 30. FFC vergeben, dessen Programm mit 150 Filmen noch bis zum 31. Dezember 2020 bundesweit online und im Stream abrufbar ist.

„Etwa ein Viertel des Mammut-FFC zum 30. Jubiläum ist vorbei – und wir sind überwältigt von der durchweg positiven Resonanz, die wir für unser Programm erfahren. Wir erhalten viel Zuspruch für unser digitales FilmFestival Cottbus, von treuen Festivalfans wie Filmschaffenden und auch von denen, die das FFC gerade neu für sich entdecken. Wir entwickeln aus der Krise heraus eine neue Kraft und Kreativität, mit der wir gestärkt in die nächsten FFC-Wochen und in die Zukunft gehen“, sagt Andreas Stein, Geschäftsführer des Veranstalters pool production.

„Wir spüren eine neue besondere Art der Wertschätzung für das osteuropäische Kino und das von uns umgesetzte Format, dieses online in dem gegebenen Umfang zu präsentieren“, ergänzt FFC-Programmdirektor Bernd Buder. „Es freut uns, dass wir das Filmprogramm und auch zahlreiche Diskussionsformate über die Filme noch bis zum 31. Dezember 2020 bundesweit im Stream anbieten und somit unseren 30. Geburtstag mit der längsten Festivalausgabe, die es je gab, feiern können – ganze 24 Tage lang.“

Die Gewinner des 30. FilmFestival Cottbus wurden am Abend des 12. Dezember 2020 in einer online übertragenen Preisverleihung bekannt gegeben.

Den Hauptpreis für den besten Film im Wettbewerb Spielfilm des 30. FilmFestival Cottbus, dotiert mit 25.000 EUR, gestiftet von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF), gewinnt Regisseur Ivan I. Tverdovskiy für CONFERENCE (Russland, Estland, Italien, Großbritannien, 2020), eine Reflexion über die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater von 2002 und ruhig inszenierte Trauerarbeit am Originalschauplatz, die sich mit leiser Wut gegen das Vergessen richtet. 
„Dass mit CONFERENCE von Ivan I. Tverdovskiy erneut ein Film beim FilmFestival Cottbus prämiert wird, der vorher bei connecting cottbus gepitcht wurde, belegt einmal mehr die erfolgreiche Arbeit unseres Ko-Produktionsmarktes, den internationalen Stellenwert beider Veranstaltungen und nicht zuletzt auch das hervorragende Zusammenspiel zwischen Markt und Festival,“ erklärt Andreas Stein.

Die Internationale Festivaljury, bestehend aus Arndt Schwering-Sohnrey, Axel Ranisch, Bodo Kox, Maria Trigo Teixeira und Yang Ge begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Ein Film wie eine Naturgewalt. […] Am Ende begreift man sprachlos und bewegt, dass der Film ein in jedem Detail durchkomponiertes Meisterwerk ist. Da ist es fast schon nebensächlich zu erwähnen, mit welcher Perfektion hier Bild- und Tongestaltung ineinandergreifen, mit welchem dramaturgischen Geschick Spannung aufgebaut wird und mit welcher Selbstverständlichkeit Spieler und Regisseur Wahrhaftigkeit erschaffen und einen Film von der Kraft eines Wirbelsturms kreieren, der einfach jeden aus dem Kinosessel fegt.“

Den Spezialpreis für die beste Regie im Wert von 7.500 Euro, gestiftet vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), gewinnt der polnische Regisseur Piotr Domalewski mit I NEVER CRY (Polen 2020).Ein Film, der von einer exzellenten Erzählweise der Geschichte geprägt ist sowie einer außerordentlich guten Führung der jungen Schauspielerin durch den emotional schwierigen Charakter der Protagonistin“, begründete die Jury. Der kraftvoll erzählte Roadtrip der 17-jährigen Ola, die den Leichnam ihres in einem Containerhafen tödlich verunglückten Vaters nach Polen überführen muss, wurde ebenfalls bei connecting cottbus gepitcht.

Mit dem Preis für eine herausragende darstellerische Einzelleistung, gestiftet von der Sparkasse Spree-Neiße in Höhe von 5.000 EUR, würdigt die Internationale Festivaljury die Leistung des Darstellerensemble Marijana Novakov, Tijana Marković und Valentino Zenuni in Ivan Ikićs OASIS (Serbien, Slowenien, Niederlande, Frankreich, Bosnien und Herzegowina 2020), der einen fesselnden Einblick in die Gefühlswelten Jugendlicher gibt, gedreht mit nicht-professionellen Darstellern in einem Wohnheim für geistig gehandicapte Jugendliche. In der Jurybegründung heißt es über die drei Schauspieldebütanten: „Drei berührende Darbietungen, die die einzigartigen Persönlichkeiten ihrer Charaktere offenbaren und die Komplexität der jugendlichen Gefühle von Unschuld, Liebe, Neid und Sehnsucht lebendig werden lassen – und die keine andere Wahl haben, als aus einer Umgebung ständiger Überwachung zu auszubrechen. […]“

Im Wettbewerb Kurzfilm setzte sich GREETINGS FROM NIGERIA (Slowakei 2020) von Peter Hoferica durch. Der slowakische Beitrag gewinnt den mit 2.500 EUR dotierten Hauptpreis, gestiftet von Druckzone, Cottbus. Die Jury des Wettbewerb Kurzfilm – Vlada Senkova, Zuzana Bielikova und Sandro Fioravanti – „[…] hat einhellig beschlossen, diesem Kurzfilm den Hauptpreis für seinen originellen Stil und die witzige Darstellung der aktuellen Probleme von Senioren im Cyberspace zu verleihen. Mit ironischem Humor und durch überzeugende Darbietungen zeigt er, wie leicht es für Senioren ist, Opfer von virtueller Erpressung zu werden.“

Die bulgarische Regisseurin Slava Doytcheva sicherte sich mit EGGSHELLS (Bulgarien 2020), einer emotionalen Reflexion über das Verhältnis einer jungen Frau zu ihrem Vater, der von ihrer Homosexualität nichts wissen möchte, den Spezialpreis im Wettbewerb Kurzfilm in Höhe von 1.500 EUR, gestiftet von Tiede+. Die Kurzfilm-Jury erklärte: „Der Spezialpreis geht an einen Film, der uns durch seine sehr sensible Art der Regie und seinen starken visuellen Stil mit typisch bulgarischen Farben berührt hat.“

Schüler aus Polen, Tschechien und Deutschland bildeten die Jury für den U18 Wettbewerb Jugendfilm. Sie kürten das kasachische Drogendrama 18 KILOHERTZ (Kasachstan 2020) zum besten Jugendfilm. Regisseur Farkhat Sharipov erhält den mit 5.000 EUR dotierten Preis für den besten Jugendfilm, gestiftet von der Stadt Cottbus. Zu ihrer Entscheidung sagte die Jury: „[….] Der Film hat uns nicht nur beim Zuschauen beeindruckt, sondern ist auch in unseren Köpfen und Herzen geblieben, als wir wieder zu leben begannen – nachdem er uns vorher den Atem geraubt hatte.“

Im Rahmen des 30. FilmFestival Cottbus wurden im Gesamtprogramm folgende weitere Preise vergeben:

Den DIALOG-Preis für die Verständigung zwischen den Kulturen, gestiftet vom Auswärtigen Amt und dotiert mit 3.000 EUR, erhält Regisseur Bohdan Sláma für SHADOW COUNTRY (Tschechische Republik, Slowakei 2020). Sein Film ist eine Chronik eines südböhmischen Dorfes und seiner Bewohner in den dramatischen 1930er bis 1950er Jahren. Früher lebten sie friedlich zusammen, ungeachtet ihrer Nationalität oder Religion. Dann aber müssen sie entscheiden, ob sie Deutsche oder Tschechen sind – und aus freundlichen Nachbarn werden plötzlich Todfeinde. 

Mit dem Preis für den besten Debütfilm, dotiert mit 5.000 EUR und gestiftet von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, zeichnet die Jury den Beitrag THE FLYING CIRCUS (Kosovo, Albanien, 2019) aus. Das Kinospielfilmdebüt von Fatos Berisha ist Monty Python auf Kosovo-Albanisch, Ende der 1990er-Jahre. In Kosovo droht der Konflikt zwischen Serben und Albanern erneut zu eskalieren. Vier junge Männer begeben sich trotzdem auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird – mit dem Mut der Verzweifelten, viel Fantasie und trockenem Humor.

Den „Cottbus ins Kino“-Preis zur Förderung des Verleihs eines Festivalfilms, gestiftet von Medienboard Berlin-Brandenburg (dotiert mit bis zu 10.000 EUR), wurde bereits am Freitag, 11. Dezember 2020 im Rahmen eines digitalen Award Panels an ADVENTURES OF A MATHEMATICIAN (Deutschland, Polen, Großbritannien 2020) von Thor Klein an die Filmwelt Verleihagentur GmbH vergeben. Der Film begleitet den polnischen Mathematiker Stanisław M. Ulam, der 1938 als Harvard Junior Fellow in die USA ging. Aus der Ferne erlebt er den deutschen Einmarsch in Polen mit, in der neuen Heimat hilft er, die Wasserstoffbombe zu entwickeln.

Die FIPRESCI-Jury, die Jury der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten, zeichnet den serbischen Regisseur Ivan Ikić für OASIS (Serbien, Slowenien, Niederlande, Frankreich, Bosnien und Herzegowina 2020) aus.

Der Preis der Ökumenischen Jury geht an I NEVER CRY (Polen 2020) von Piotr Domalewski.

 

Über den Gewinner des Publikumspreises kann noch bis zum 31. Dezember 2020 abgestimmt werden. Mit freundlicher Unterstützung des Medienpartners und Preisstifters Lausitzer Rundschau findet die Abstimmung online unter www.lr-online.de/ffc-publikumspreis statt.

 

Das 31. FilmFestival Cottbus findet vom 2. bis 7. November 2021 statt.

Das FilmFestival Cottbus dankt seinen Förderern und Partnern, die auch unter diesen schwierigen Bedingungen zum Festival stehen. Ein besonderer Dank geht an das Land Brandenburg, die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, die Stadt Cottbus, Creative Europe – MEDIA sowie das Auswärtige Amt.
Darüber hinaus danken wir der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF), Big Cinema, der Sparkasse Spree-Neiße und der Gebäudewirtschaft Cottbus, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Investitionsbank des Landes Brandenburg, der Stiftung für das sorbische Volk, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond, der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie all unseren weiteren treuen Partnern und Unterstützern sowie unseren Medienpartnern.


Informationen zu FFC-Tickets
Das Streaming-Angebot des 30. FilmFestival Cottbus ist vom 8. bis 31. Dezember 2020 über die Festivalwebsite www.filmfestivalcottbus.de abrufbar. Die Ticketbuchung ist über den jeweiligen Filmeintrag möglich. Die Filme sind in Originalsprache, wahlweise stehen deutsche oder englische Untertitel zur Verfügung. Da ein limitiertes Kontingent an Tickets für die online angebotenen Filme vorhanden ist, empfiehlt sich eine rechtzeitige Buchung.

Über das FilmFestival Cottbus 
Das 30. FilmFestival Cottbus findet vom 8. bis 31. Dezember 2020 bundesweit online und im Stream statt. In vier Wettbewerben und zahlreichen Nebensektionen zeigt das FFC 150 Filme, die um Preise im Gesamtwert von 72.000 Euro und die begehrte Preisskulptur LUBINA (sorbisch: die Liebreizende) konkurrieren. Erstmalig werden nicht nur die Prämierten aus dem Wettbewerb Spielfilm mit einer LUBINA geehrt, sondern auch die Preisträger aus den Wettbewerben Kurzfilm und U18 Jugendfilm. Über 22.000 Zuschauer besuchten jeweils in den vergangenen Jahren das Festival des osteuropäischen Films in Cottbus.

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