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DER FALL GLEIWITZ

DER FALL GLEIWITZ

Gerhard Klein
DDR, 1961, 67 Min

Der Turm des Radiosenders Gliwice in Oberschlesien wurde 1934 bis 1935 von der deutschen Firma Lorenz in Zusammenarbeit mit Siemens, Telefunken gebaut. Er ist ein Unikat des Ingenieurwesens, besteht aus Lärchenholzbalken und wird von Messingschrauben zusammengehalten. Mit 111 Metern ist er das größte hölzerne Bauwerk der Welt. Aber dies ist nicht der wahre Grund, warum er in die jüngste Geschichte einging.

Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen DEFA-Filmverleih

Am Abend des 31. August 1939 wird der deutsche Radiosender in Gleiwitz von polnischen Freischärlern – Mitglieder eines freiwilligen Militärverbands – angegriffen. Der Überfall ist aber eine von den Nazis präzise vorbereitete und gekonnt inszenierte Provokation. Sie war eine streng geheim gehaltene Aktion, welche die Schuld am Krieg auf Polen abzuwälzen half und Adolf Hitler zu der berühmten Kriegserklärung veranlasste: „Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen“. Am 1. September kam dann der Zweite Weltkrieg ins Rollen. Sechs Jahre später gab es 43 Millionen Tote und Europa war zur Trümmerlandschaft geworden.

Der von der DEFA 1961 gedrehte Spielfilm erzählt im Propagandastil die Einzelheiten der Vorbereitung und den Verlauf des Überfalls auf den Sender. Die Aussagen des ehemaligen SS-Sturmbannführers Alfred Naujocks im Nürnberger Prozess lieferten die Drehbuchvorlage für diese Geschichte. Der Film hatte am 24. August 1961 – wenige Tage nach dem Mauerbau in Berlin – Premiere in den Kinos der DDR. KM

Filmformat
DCP | s&w / b&w
Drehbuch
Wolfgang Kohlhaase, Günther Rücker
Kamera
Jan Curik
Ton
Peter Sonntag, Karl Tramburg
Schnitt
Evelyn Carow
Ausstattung
Gerhard Helwig
Musik
Kurt Schwaen
Darsteller
Christoph Beyertt, Herwart Grosse, Manfred Günther, Jannjo Hasse, Wolfgang Kalweit, Georg Leopold, Rolf Ludwig
Produktion
DEFA-Studio für Spielfilme
Kontakt
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen
DEFA-Filmverleih
Mirko Wiermann
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin
Germany
+49 30 30 09 03 63 4
www.deutsche-kinemathek.de
defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de

Gerhard Klein - geboren 1920 in Berlin, gestorben 1970, in Ost-Berlin. In den 1950er- und 60er-Jahren ist er einer der erfolgreichsten Regisseure der DEFA. Insbesondere seine sogenannten „Berlin-Filme“, die oft in Zusammenarbeit mit Wolfgang Kohlhaase entstanden, machten ihn bekannt. DER FALL GLEIWITZ war sein erfolgreichster Film, auch international.

Filme
GÄSTE AUS MOSKAU (1951, short)
ALARM IM ZIRKUS (1954)
EINE BERLINER ROMANZE (1956)
BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER … (1957)
SONNTAGSFAHRER (1963)
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