Krieg in der Ukraine: Statements und Interviews immer aktualisiert

Ausführliches Statement FFC Team und Coco zum Umgang mit russischen Filmen und mehr:

Wir sind erschüttert und wütend über den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, über die Versuche, die Errungenschaften in demokratischer Kultur, die nationale Souveränität und den kulturellen Kern der Ukraine vereinnahmen bzw zerstören zu wollen und entsetzt über die menschlichen Tragödien, ökologischen und kulturellen Katastrophen, die damit und mit den zunehmenden Angriffen auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zusammenhängen.

Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich mit ukrainischen Filmschaffenden zusammengearbeitet und damit unseren kleinen Beitrag für die Entwicklung dieser ausserordentlichen Filmlandschaft geleistet. Das ukrainische Kino ist von jeher ein fester Bestandteil unserer Festivalseele. Wir hoffen, gerade in diesem Jahr  das ukrainische Kino als zentralen Bestandteil ukrainischer Kultur zu zeigen.

Das Verhältnis zum russischen Kino ist dagegen durch den Krieg nachhaltig gestört. Wir werden weiterhin mit denjenigen Filmemachern in Russland in Kontakt bleiben, die sich gegen den Krieg aussprechen und teilen ihre Zweifel und Kritik an der Regierung Putin. Wir hatten dieses Jahr eine Spezialsektion zu Russland geplant, deren Planung wir mit Kriegsbeginn aufgegeben hatten. Die traditionelle Sektion "Russischer Tag" wird es nicht mehr geben. Wir sehen die Notwendigkeit, den Austausch mit Partnern fortzuführen, die sich mit ihren Arbeiten im Dialog und mit gegenseitigem Respekt gegen Hegemoniestreben und für ein tolerantes Neben- oder Miteinander aussprechen.

In diesem Rahmen werden wir kritischen russischen Stimmen ein Forum bieten, aber das russische Kino nicht zelebrieren. Für falsche Romantik, eskapistischen Existenzialismus und militaristische Kriegsepen aus Russland ist bis auf weiteres kein Platz in unserem Programm - war es aber auch zuvor nicht, es sei denn im Rahmen kritischer Analyse.

Damit folgen wir unserer Überzeugung, die auch bisher Grundlage unserer inhaltlichen Leitlinien war, nämlich die Förderung von Stimmen, die sich für ein zivilgesellschaftliches Miteinander einsetzen.

stellvertretend für das gesamte Team:
Doreen Goethe und Andreas Stein (Geschäftsführung)
Bernd Buder (Programmdirektor)
Joshua Jadi (stellvertretender Programmdirektor)
Marjorie Bendeck (Direktorin connecting cottbus)

 


 Programmdirektor Bernd Buder am 09.05.2022

We'd like to inform you about our relocation. Our main office is now in Israel 

"Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen Verschärfung repressiver Massnahmen gegen die Meinungsfreiheit im Innern Russlands kam es zu einem massenhaften Brain Drain. Viele gut ausgebildeten, international vernetzten Russen, die sich mit der nationalistischen Kriegspolitik nicht identifizieren, verlassen das Land. Die meisten davon auf längere Zeit, viele für immer. Damit verliert Russland nicht nur wichtige Köpfe aus Wissenschaft, Management, Industrie und Ökonomie, sondern auch Teile seiner Kreativszene. So gab der Weltvertrieb 'Antipode', mit dem das FFC seit Jahren zusammenarbeitet und der neben oppositionellen russischen Filmen auch viele etnografische Dokumentationen im Programm hat, Anfang Mai bekannt, Moskau verlassen und nach Israel umgezogen zu sein."

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 21.04.2022

Unter dem Titel „Krieg in der Ukraine – was tut die Filmbranche?“ widmete das „Achtung Berlin“-Filmfestival eine Reihe von Podiumsgesprächen während seiner Branchentage dem ukrainischen Kino.Bernd Buder, Programmdirektor des FilmFestival Cottbus, hatte die Möglichkeit, an einem zeitweise sehr bewegenden Gespräch mit Film- und Festivalmacherinnen aus der Ukraine und Verleihern und Produzenten teilzunehmen, die auf unterschiedliche Weise von dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine betroffen sind. Den vollständigen Artikel lesen sie hier.

Das FilmFestival Cottbus wird sich in seiner kommenden Ausgabe bemühen, möglichst viele ukrainische Beiträge in unterschiedlichen Sektionen zu programmieren und damit zeigen, wie vielfältig und kreativ das ukrainische Kino ist, und wie es selbstverständlich in die europäische Filmlandschaft gehört.

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 31.03.2022

rbb Inforadio Interview mit Programmdirektor Bernd Buder Das Filmfestival des osteuropäischen Films wird im Herbst in Cottbus stattfinden. Aber wie plant man ein Programm mit russischen und ukrainischen Filmen vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges? Bernd Buder, Programmdirektor vom Filmfestival Cottbus, spricht mit Jakob Bauer.

Hier können Sie das Interview hören.

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 31.03.2022

Filmfestival Vilnius boykottiert russische Filme

Vilnius ist das erste europäische Festival, das aktiv das russische Kino boykottiert und gleichzeitig einen eigenen Tag des ukrainischen Kinos sowie einige auf die Ukraine ausgerichtete Veranstaltungen im Rahmen des Branchenschwerpunkts Meeting Point organisiert. Was halten Sie von diesen Initiativen?

Es ist wichtig, die ukrainische Filmszene als integralen Bestandteil der europäischen Filmlandschaft nachhaltig zu unterstützen. Dafür gibt es ja bereits eine breite Basis mit existierenden Koproduktionsbeziehungen, Festivalnetzwerken etc., die von beiden Seiten aktiv aufgebaut wurden und in Vilnius noch einmal vertieft werden können. Filmemacher spielen eine wichtige Rolle bei der Reflexion des Angriffskrieges mit all seinen Folgen für Menschen, Umwelt und Infrastruktur, ein entsprechender Austausch dient dazu, diese Rolle genauer zu definieren und zu gucken, wie ukrainische Filmemacher konkret unterstützt werden können. Wir haben uns vorgenommen, in unserer nächsten Ausgabe ukrainisches Kino in möglichst allen Programmsektionen zu präsentieren, um zu zeigen, wie integriert es in die europäische Filmfamilie ist. Den Boykott russischer Filme kann ich emotional nachvollziehen, halte es aber nicht für den richtigen Weg, in diesem Zug auch den Dialog mit Filmemachern abzubrechen, die den russischen Hegemonialkurs nicht unterstützen bzw. in Opposition zu Putin stehen.

 


 

Zum Boykott russischer Filme am 21.3.2022

Festivals streichen russissche (Ko-)Produktionen, Cinestar nimmt "Abteil Nr.6" aus dem Programm und entschuldigt sich dann für das "Missverständnis".

Zum Boykott russischer Filme und wie das FFC reagiert, hier der Tagesspiegelartikel von Christiane Peitz mit einem Statement von Programmdirektor Bernd Buder.

 


 

Stellvertretender Programmdirektor Joshua Jadi und FFC Kuratorin Jana Riemann zur Frage:

Boykottiert das Cottbuser Filmfest Russland?

Hier der Artikel, erschienen in der Lausitzer Rundschau.

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 12.3.2022:

"(...) sogar der eher staatstreue Mosfilm-Chef Karen Schachnasarow findet den Krieg nicht gut (...)"

Hier ein interessanter Tagesspiegel-Artikel dazu.

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 10.3.2022:

„Heute morgen erreichte uns eine weitere Erklärung eines russischen Weltvertriebs zum Krieg gegen die Ukraine, die auch das Dilemma zeigt, mit dem gerade viele Filmschaffende in Russland konfrontiert sind, die mit dem Kriegskurs ihres Präsidenten nicht einverstanden sind und sich zu großen gegen dessen Politik positionieren: Boykottaufrufe von außen, Druck von innen. Nach der Novellierung des Mediengesetzes ist es ja unter Androhung von Haftstrafe verboten, vom Krieg zu sprechen, wofür die drei *** im Statement stehen.“

Statement "antidote"Thank you for your words of encouragement and support that you write to us!Our relatives, friends and colleagues live in Ukraine, and many of us are related by kinship.

We hope common sense will prevail, and peace will reign in the near future.

The best thing we can do is cooperation and being friends.Let's keep in touch.

Make films, festivals and love not ***.

 


 

Programmdirektor Bernd Buder am 9.3.2022:

"Ständig passieren neue Dinge, ständig müsste man gestern Gesagtes revidieren, anpassen. Heute habe ich ein gutes Interview mit Roman Bondarchuk gelesen, ein ukrainischer Regisseur, von dem wir auch schon einen Film im Programm hatten, der die gedankliche Vorbereitung von Völkerfeindschaften und damit die Hinführung zur ideologischen Basis dieses Krieges im russischen Kino, konkret in Alexej Balabanows "Brat", anklagt."

Das Interview können Sie hier lesen.

 


 

FFC Kuratorin Jana Riemann am 8.3.2022

"Ich habe das Privileg mich heute aus dem sicheren Home-Office zum Krieg in der Ukraine zu äußern.Ich erstarre, wenn ich die Bilder auf meinem Bildschirm verfolge und ich kann mir kaum vorstellen, wie es sein kann, dass das jetzt in meinem Heimatland passiert.

Der Angriffskrieg ist darauf gerichtet, die ukrainische Kultur, das Land, die Menschen – ihre Freiheit, die Demokratie und alles, wofür sie in den letzten 30 Jahren ihrer Unabhängigkeit gekämpft haben – dem Erdboden gleich zu machen.Seit drei Jahren arbeite ich für das Filmfestival Cottbus, das sich dafür einsetzt, den Frohsinn und den Humor, die Vielfalt und die Komplexität der osteuropäischen Kultur den deutschen Zuschauern näherzubringen.

Ich bin allen sehr dankbar, die die Ukraine unterstützen, auf Demos gehen, Geld-  und Sachspenden tätigen, Geflüchtetenhilfe leisten und ihre Meinung öffentlich äußern, auch wenn sie schlimme Konsequenzen dafür zu befürchten haben. Ich bin sehr stolz auf das ukrainische Volk und die ukrainische Armee, die so furchtlos und tapfer gegen die russischen Truppen kämpft und bewundere ihren Mut und Zusammenhalt."

 


 

Statement FFC Team und Coco zum Krieg in der Ukraine am 7.3.2022

Wie die gesamte Welt, so sind auch wir Macherinnen und Macher des FilmFestival Cottbus und dessen Ko-Produktionsmarktes connecting cottbus zutiefst schockiert vom Angriffskrieg des russischen Staates unter Führung von Präsident Wladimir Putin auf die Ukraine. Wir verurteilen diesen Krieg auf das Schärfste!

Das FilmFestival Cottbus und connecting cottbus haben sich in ihrer über 30-jährigen Geschichte stets als Plattform des Dialoges verstanden, als kulturelle Brücke, die zum interkulturellen Dialog, zum Abbau von Vorurteilen und Klischees, zum bi- und multilateralen Verständnis und damit zu einem friedlichen Miteinander beiträgt. Film hat zweifellos die Fähigkeit, Massen zu bewegen und zwischen den Zeilen zu erzählen. Mit lauten und manchmal auch ganz leisen Tönen.

Im Zentrum unseres Interesses standen seit jeher die Filme, die Geschichten und die Menschen, die diese Geschichten erzählen. Kultur und insbesondere der Film werden für uns immer ein Mittel des Dialoges jenseits der Politik und ein Weg zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements und für ein friedliches Miteinander bleiben. Letzteres gilt es für uns auch und vor allem in der heutigen Zeit mit ganzer Kraft zu unterstützen.

stellvertretend für das gesamte Team:Doreen Goethe und Andreas Stein (Geschäftsführung)Bernd Buder (Programmdirektor)Joshua Jadi (stellvertretender Programmdirektor)Marjorie Bendeck (Direktorin connecting cottbus)

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