Marthe Gärtner

Marthe Gärtner

Das FilmFestival Cottbus öffnet die Einreichungsphase für seine 36. Ausgabe.

Vom 1. April bis zum 15. Juli 2026 sind Filmschaffende eingeladen, ihre Spiel- und Kurzfilme aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa  für das Festival einzureichen, das vom 03. bis 08. November 2026 stattfindet. Als eines der führenden Festivals für das Kino Mittel- und Osteuropas präsentiert das FilmFestival Cottbus bis zu 150 Filme innerhalb von sechs Tagen. Preisgelder von insgesamt über 50.000 Euro, darunter 34.500 Euro allein in den drei Hauptwettbewerben – Spielfilm, Kurzfilm und Jugendfilm – bieten eine herausragende Plattform für ambitionierte Filmemacherinnen und Filmemacher.

Der Einsendeschluss für Filme ist der 15. Juli 2026. Späte Einreichungen können in Ausnahmefällen berücksichtigt werden. Filme können über FilmFreeway eingereicht werden: https://filmfreeway.com/FilmFestivalCottbus

Bei Fragen stehen unsere Programmkoordinator:innen Merlin Webers und Vita Khmyz unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

 

→ Reglement für das 36. FilmFestival Cottbus

Montag, 23 März 2026 08:05

Eindrücke vom 30. Sofia Film Festival

Bernd Buder, Programmdirektor des FilmFestival Cottbus, war beim diesjährigen Sofia Film Festival vor Ort, um neue Filme und Projekte zu sichten sowie als Jurymitglied im bulgarischen Wettbewerb mitzuwirken.

Sofia Film Festival fand Mitte März zum 30. Mal statt. Das größte Filmfestival in Bulgarien verbindet einen internationalen Wettbewerb mit Wettbewerben für den Besten Film aus der Balkan-Region und dem Besten Bulgarischen Film.

Als bester Film im internationalen Wettbewerb wurde Ondřej Provazníks BROKEN VOICES (Tschechien, Slowakei) ausgezeichnet, der letztes Jahr beim FilmFestival Cottbus (FFC) im Jugendfilmwettbewerb lief.

Parallel fanden zum 23. Mal die „Sofia Meetings“ statt, wo neue Filmprojekte im Entwicklungsstadium und Works-in-Progress vorgestellt wurden. FFC-Programmdirektor Bernd Buder berichtet: "In den letzten Jahren habe ich hier immer einige tollen Filme gefunden, die schließlich im Programm des FFC gezeigt wurden, etwa der tschechisch-slowakische OUR OVELY PIG SLAUGHTER (2024) oder der serbisch-kroatisch-bulgarische HOW COME IT’S ALL GREEN OUT HERE? (2025). Auch dieses Jahr waren wieder einige vielversprechende Projekte dabei."

Traditionell wurden die Sifia Meetings mit eiinem Netzwerk-Diner eröffnet, zu dem German Films, die Medienboard Belin Brandenburg, Connecting Cottbus und das FilmFestival Cottbus einluden.

Bernd Buder resümiert: "Sofia war wieder eine inspirierende Reise wert, zumal ich, zusammen mit Mihai Chirilov, Künstlerischer Leiter des Transilvania International Film Festivals, und Dimitris Kerkinos, Programmer der „Balkan Survey“-Sektion beim Thessaloniki Film Festival und beim Dokumentarfilmfestival in Thessaloniki, die Jury für den bulgarischen Wettbewerb bilden durfte."

Der Preis ging an Alexander Kossevs WOMEN OUT OF ORDER, eine Reflexion über vier unterschiedliche Frauen zwischen Alltag und Veränderung, Krise, Hoffnung und den Fallstricken ganz normaler dysfunktionaler Kommunikation, die unsere Selbstwahrnehmung oft so subtil beeinflusst, dass wir es fast gar nicht merken. 

Mitte März wurden zum 33. Mal die tschechischen Filmpreise "Český lev" (Tschechsiche Löwe) verliehen – die Preise für die besten tschechischen Kino- und TV-Filme des letzten Jahres.

Unter den Gewinnern waren auch vier Filme, die 2025 beim FilmFestival Cottbus (FFC) liefen: Der Hauptpreis für den besten Spielfilm und für die beste Nebendarstellerin (Juliána Brutovská) ging an den in Cannes uraufgeführten Film CARAVAN von Zuzana Kirchnerová,  die slowakische Regisseurin Katarína Gramatová gewann den Preis für die beste Regie mit ihrem Spielfilmdebüt PROMISE I’LL BE FINE, und Kateřina Falbrová gewann den Preis als beste Darstellerin für ihre Leistung in Ondřej Provazníks BROKEN VOICES. Alle drei Filme liefen beim FFC im Jugendfilmwettbewerb.  Als beester Nebendarsteller wurde Dũng Nguyễn für seine Rolle in Dužan Duongs SUMMER SCHOOL, 2001 gekürt, der beim FFC 2025 im Wettbewerb Spielfilm zu sehen war. 

Das Filmland Tschechien punktete übrigens gerade auch international: an dem Dokumentarfilm MR. NOBODY AGAINST PUTIN, der vor kurzem mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, war Tschechien neben Dänemark als Produktionsland dabei. Der Film von David Borenstein und Pavel Talankin lief ebenfalls 2025 auf dem FFC, in der Sektion „Spektrum“.

Vollständige Liste der tschechischen Filmpreisgewinner: https://www.filmovaakademie.cz/en/2025/czech-lion-award-winners

Am 1. März wurden in Riga die Lettischen Filmpreise vergeben, die „Lielais Kristaps“.

Zu den großen Gewinnern zählt neben dem derzeitigen lettischen Box Office Hit ESCAPE NET der abendfüllende Animationsfilm DOG OF GOD (Lettland, USA), dessen Macher Raitis Ābele und Lauris Ābele als Beste Animationsfilmregisseure ausgezeichnet wurden, der Drehbuch-Koautor Harijs Grundmanis erhielt einen weiteren Preis.

Die Machtspiel-Parabel im Gothic Fantasy-Stil aus dem Lettland des 17. Jahrhunderts lief 2025 in der Sektion „Midnight Madness“ des FilmFestival Cottbus.

Der 1990er-Jahre-Neo Noir-Polizeithriller RED CODE BLUE von Oskars Rupenheits erhielt die Preise für den Besten Film, den Besten Regisseur, den Besten Hauptdarsteller (Raitis Stūrmanis), das Beste Production Design (Toms Jansons) und das Beste Make-Up (Elīna Gaugere).

Der Film, eine spannende, authentische Reise in die von Umbrüchen und Revierkämpfen zwischen mafiösen Banden und zwiespältig agierenden Polizeikadern geprägte Zeit nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, wird 2026 auch beim FFC (3.-8.11.2026) zu sehen sein.

Die Lielais Kristaps (lettisch für ‚Der Große Christopher‘) wurden 1977 erstmals vergeben, seit 2014 findet die Preisvergabe jährlich statt.

Das 35. FilmFestival Cottbus wurde mit dem Green Events Siegel in der Kategorie „Medium“ ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde am 17.02.2026 vergeben und bestätigt die konsequente Weiterentwicklung nachhaltiger Strukturen innerhalb der Festivalorganisation. 

Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen des laufenden Zertifizierungsprozesses mit Netzwerk Green Events, mit dem Ziel, ökologische und soziale Standards systematisch zu stärken und langfristig zu verankern. Das erreichte Siegel „Medium“ würdigt die bereits umgesetzten Maßnahmen und das kontinuierliche Engagement des Festivals für eine verantwortungsvolle Veranstaltungsorganisation.

Nachhaltigkeit ist für das FilmFestival Cottbus ein fester Bestandteil seiner Identität. Von regionalen Kooperationen über ressourcenschonende Produktionsweisen bis hin zu fairen Arbeitsbedingungen verfolgt das Festival einen ganzheitlichen Ansatz, der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte miteinander verbindet. 

Die Auszeichnung markiert einen wichtigen Meilenstein, ist aber zugleich Ansporn für die weitere Entwicklung. Ziel bleibt es, die Nachhaltigkeitsstrategie des Festivals kontinuierlich auszubauen und zukünftige Festivaleditionen noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Green Events Siegel Medium FFC 2025

Über das Green Events Siegel:

Das Green Events Siegel ist die erste mehrstufige Zertifizierung in Deutschland, die zielgerichtet auf Veranstaltungen ausgelegt ist und sich flexibel an jedeVeranstaltungsart anpasst. Die Grundlage des Siegels bildet der Green Events Maßnahmenkatalog, ein übersichtliches Managementtool, das in einem einzigartigen partizipativen Prozess mit über hundert Stakeholdernaus Wissenschaft, Politik, Veranstaltungsbrancheund Zivilgesellschaft entwickelt wurde. Ziel des GreenEvents Siegels ist die optimale Unterstützung auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Veranstaltung und dieKommunikation dieses Prozesses. Es zeigt den aktuellen Status und definiert konkrete, praxisnahe Ziele– von leicht bis anspruchsvoll. Passende Indikatoren machen Erfolge sichtbar. 

Der parallel zur 76. Berlinale stattfindende European Film Market (EFM) bietet einmal mehr hervorragende Gelegenheiten, den Austausch mit Weltvertrieben, Filmzentren und Filmproduktionsfirmen fortzusetzen.  

Welcher Film wird demnächst fertiggestellt? Auf welche Projekte sollte man besonders achten? Wer produziert mit wem? Welche Themen zeichnen sich als kommende Trends ab? Wo wird gezielt gefördert – und wo gerät die Finanzierung ins Stocken? Wie stark ist der Einfluss der Politik spürbar, wo entsteht Druck „von unten“, wo „von oben“? Und nicht zuletzt: Wie reagiert das Publikum?

Termine Schlag auf Schlag, Informationsfluss ohne Ende, und zahlreiche nette Begegnungen mit Menschen, mit denen man über die Jahre hinweg gewissermaßen gemeinsam älter wird (mit einer Kollegin haben wir festgestellt, dass sich im Laufe eines Berufslebens fast ein ganzes Jahr auf der Berlinale bzw. dem EFM summiert) – ebenso wie inspirierende Gespräche mit jüngeren Kolleg*innen.

Daneben gibt es die Möglichkeit, auf dem Filmmarkt in brandneue Filme einzutauchen, die hier zunächst nur für Filmverleih-Scouts und Festivalprogrammer zu sehen sind – die ersten Bausteine für das Programm des FFC 2026. 

Dienstag, 10 Februar 2026 13:03

Kinostart von "MADE IN EU" am 19. Februar

MADE IN EU, der neueste Film des bulgarischen Kult-Regisseurs Stephan Komandarew, kommt am 19. Februar in die deutschen Kinos.

Der Film lief beim FFC 2025 in der Sektion „Cottbus Masters“. Komandarew, der für seine scharfsinnigen Sozialportraits bekannt ist, zeigt die Geschichte einer Textilarbeiterin in der bulgarischen Provinz, die während der Covid-Pandemie als vermeintlicher „Patient Zero“ an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird – zwischen globaler Ausbeutung und lokalem Sozialdarwinismus. Ein Blick von der Peripherie Europas auf dessen innere Kolonisierung.

Der Film wird vom jip-Filmverleih vertrieben und startet zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit.

Weitere Infos:  https://jip-film.de/made-in-eu/

Unser Programmer Joshua Jádi war letzte Woche bei unserem Partnerfestival Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Gemeinsam mit Schauspieler Ngo Xuan Thang stellten sie vor vollem Haus den FFC-Film Summer School, 2001 von Dužan Duong vor. Im Anschluss fand noch ein intensives Q&A statt. Wir danken sehr herzlich Svenja Boe und Theresa Winkler für die wunderbare Zeit beim Festival und die weiterhin tolle Zusammenarbeit und freuen uns auf euren MOP-Film in Cottbus!

Am 12. Februar startet das Berliner Kino „Krokodil“ den slowenischen Film „Ida Who Sang so Badly Even the Dead Rose up and Joined Her in Song“. 

Das Spielfilmdebut der Slowenin Ester Ivakič erzählt „mit viel Witz, einer Prise Magie und großer Sympathie für ihre Figuren erzählt Ester Ivakič von einer Kindheit im ländlichen Slowenien der 1970er Jahre zwischen sozialistischer Disziplin und mehr schlecht als recht verstecktem Katholizismus“ (Susanne Mohr im FFC-Filmtext). 

Die slowenisch-kroatische Koproduktion hatte 2025 beim FilmFestival Cottbus Weltpremiere, wurde dort mit einer Special Mention der Ökumenischen Jury bedacht und gewann gleich anschließend zwei Preise in Turin und Ljubljana – ein Film, der überzeugt, weil er auf Atmosphäre setzt. 

Weitere Informationen auf der Webseite des „Krokodil“ (https://kino-krokodil.de/programm/) , das auch Abspielanfragen aus Deutschland vermittelt (vgl. https://kino-krokodil.de/verleih/).

Zum 37. Mal findet im norditalienischen Triest das Trieste Film Festival statt, das sich schwerpunktmäßig, wie das FilmFestival Cottbus, dem Kino aus dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa widmet.

Seit mittlerweile 16 Jahren findet parallel der Koproduktionsmarkt „When East Meets West“ statt – für viele Branchenvertreter ein lebendige, kreativer Input ins neue Filmjahr, wo man in der schönsten Städte Mitteleuropas Kolleginnen und Kollegen wiedertreffen und neue Filmprojekte entdecken kann.

FFC-Programmdirektor Bernd Buder und connecting cottbus-Leiterin Marjorie Bendeck waren (wieder) dabei und haben erneut vielversprechende neue Filme und Filmprojekte entdeckt, von denen einige sicherlich im Herbst auf den Cottbuser Leinwänden zu sehen sein werden.

Danke an die Veranstalter und Veranstalterinnen von „When East Meets West“ und dem Trieste Film Festival, mit dem das FFC ja in dem europäischen Filmfestivalnetzwerk „Moving Images – Open Borders“ (MIOB) partnert.